Plötzlich waren sie überraschend hereingebrochen…

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…und auch hier weist der gastliche Vogel ein tiefes Wasser auf: die Art der gebotenen Speisen ist ebenso ungewöhnlich. Zwar hauptsächlich frisch vom Bamberger Markt. Aber, um Nora Gomringer, berühmte Lyrikerin, zu zitieren: „…All diese Früchte der Gärtner und Häcker und ein paar Menüpunkte auf der Karte, die bistroklassischer Natur sind (Baguettes, Salate, Antipasti) gleichen den Osten dem hiesigen Oberfranken an, indem sich das alles in schöner, fast buddhistischer Harmonie begegnet.“ Die Details auf der website www.pelikan-bamberg.de sorgen ordentlich für zusammenlaufendes Wasser im Mund…die glühheissen Tage, und das im Mai! Um sie und kommende solcher Hitzeduschen kühlen Kopfes zu überstehen, ist mir was eingefallen:

Im dickwandigen und wunderschön aus einer alten Porzellanfabrik umgebauten und neu gestalteten PORZELLANIKON, dem Staatlichen Museum für Porzellan in Selb, kann man sich eine ganz besondere Ausstellung ansehen. Sie trägt den Titel „Vielfalt der Vervielfältigung“ und beschreibt durch die Art der Präsentation fast (bitte nicht!) zum Anfassen genau und nachvollziehbar vor allem, was Künstler mit diesem Material alles ausdrücken. Oben eines der Details aus der Figur „Clown“ von Peter Strang, unten Vasenobjekte von Kyungmin Lee.

Da ich den Ausstellungskatalog fotografieren durfte, bin ich dazu im Vorfeld mit Auge, Kopf und Kamera in die Objekte gekrochen, trotzdem entdeckte ich in der Ausstellung noch ganz viele neue Aspekte des künstlerischen Arbeitens. Besonders im Detail ist die spezielle Verwendung des Porzellanmaterials der einzelnen Künstler gut zu nachzuvollziehen, unten eines aus einer Arbeit von Sabine Wachs.

Zu den normalen Öffnungszeiten der Ausstellung, die bis zum 15.10.17 läuft, gibt es verschiedene Sonderführungen dazu mein TIPP:

KULTURKAFFEE MIT KURATORENFÜHRUNG am 06.08.2017 Beginn: 13:30 Uhr,

Kuratorin Claudia Zachow, die Kuratorin, berichtet von vielen persönlichen Gesprächen mit den Künstlern und Atelierbesuchen, bei denen sie ganz besondere Einblicke bekommen hat. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Kaffeetrinken im

Restaurant „Altes Brennhaus“ Einzelheiten kann man unter www.porzellanikon.org nachlesen.

Und wenn man dann schon mal dabei ist und durch das schöne Franken fährt, zum Beispiel vom Porzellanikon in Selb im Fichtelgebirge mit weiten, ruhigen Landschaften, nach Bamberg, um dort ins barocke, quirlige Leben einzutauchen, kann man gut einen Abstecher in einige intakte Wiesenlandschaften machen. Intensive Landwirtschaft  nimmt inzwischen die meisten unters grosse Abrasiermesser und so müssen diese ohne Vielfalt der Vervielfältigung ihrer Flora und Fauna auskommen.

Aber unweit Gossmannsdorf/Hofheim in Unterfranken (2,5km von der Bundesstrasse 303) in sanften Hassberge-Hügeln kann man den Schildern zum Badesee folgen. Wetterentsprechend hüpft man erst mal ins kühle pure Natur-Nass oder biegt gleich bei der roten Bank nach links ab zu Wiesenflächen am Hang, die noch wie früher sind.

Oder man schaut sich einfach ganz bequem hier meine „Wiesenstücke an, Vorstudien zu Fotomalereien. Kost nix, ist umweltfreundlich, schnell, und trotzdem entspannend!

Wiesenstück

Und entweder, hat man es wirklich bis auf die Wiese geschafft, macht man ein PickNick oder sich auf den Weg nach Bamberg ins „Pelikan“, in dem regionale und internationale Leckermäuler mit Wonne unter die gastlichen Fittiche des Hausvogels schlüpfen können.

Pelikan Weingarten

Das unglaubliche Gasthaus mit Höhen und Tiefen, die sämtliche meiner Vorstellungen eines Gasthauses sprengen.

Ich beginne mit dem höchsten Punkt und der von oben die segnende Hand über alles haltende Hausheiligen, vom Hausherrn bei der Restaurierung mit dem Antlitz einer Mitarbeiterin zum „Familienmitglied“ umgestaltet.

Pelikan Hausheilige

Dort obenhin gelangt man über einen verträumten Treppenpfad, auf dem zu Gelegenheiten, wie dem jährlichen Hausfest im Juni gewandelt werden darf…

Pelikan Treppe nach oben

…über versteckte kleine Terrassenwiesen…

…versteckte kleine Terrassenwiesenbars…

…wieder hinunter in den Weingarten mit Speisekarte an der Wand…

…und auch hier weist der gastliche Vogel ein tiefes Wasser auf: die Art der gebotenen Speisen ist ebenso ungewöhnlich. Zwar hauptsächlich frisch vom Bamberger Markt. Aber, um Nora Gomringer, berühmte Lyrikerin, zu zitieren: „…All diese Früchte der Gärtner und Häcker und ein paar Menüpunkte auf der Karte, die bistroklassischer Natur sind (Baguettes, Salate, Antipasti) gleichen den Osten dem hiesigen Oberfranken an, indem sich das alles in schöner, fast buddhistischer Harmonie begegnet.“ Die Details auf der website www.pelikan-bamberg.de sorgen ordentlich für zusammenlaufendes Wasser im Mund.

 

Heiner Sauer, Eigentümer Pelikan

Erfunden und über Jahrzehnte aufgebaut hat das „Pelikan“ Heiner Sauer, ein Wirt, wie er sein soll, finde ich! Das Herz des gebürtigen Hessen schlägt für Franken, eine Fränkin, gutes Essen, Trinken und seine Gäste. So lässt er immer wieder andere Feste los, von Oktober bis April im tiefsten und wahrhaftig unendlichen Teil des Gasthauses.

Die Stühle warten aufs Verteilen für barocke winterliche Festlichkeiten

Pelikan Zugang zum Keller

Die Stühle warten aufs Verteilen für barocke winterliche Festlichkeiten

Pelikan Weinkeller

und Weinproben Auge in Auge mit den Flaschen, die in perfekt konstanter Temperatur in den Kellern darauf warten. Erwischt man den richtigen Zeitpunkt, darf man mit fachlicher Führung hinter dem gut verschlossenen Tor, links im Foto zu erahnen, wandern gehen und sich weiter überraschen lassen.

 

Vielleicht kühlts schon ab, an hitzeflirrenden Tagen, an diese Untiefen zu denken, hingehen natürlich 100 mal besser, schöne Sommertage, bis zum nächsten BLOG!

Für heute mit fränkischen Grüssen