An einem Nachmittag im Schlosspark Gereuth mit Huhn Erna…

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…fiel mir ein, dass Bücher natürlich wunderbar, aber nicht so flixig sind,  wie es ein blog sein könnte. Denn selbst rudimentärste, gute!, Kneipensignale und Sonstiges, dem Genussvergnügen Zuträgliche, entgehen meinen dafür empfänglichen Antennen nicht.  Diese Fundstücke stapeln sich als TIPPs, verlinkt oder auch nicht. Fotografisch Berufliches mischt sich mit vielfältigen Aspekten.  So ergeben sich Sammlungen von  Heimat (unterschiedlichster Art),  Wahlheimaten, Interessantem, und für mich Neuem.

Das kommt von jetzt ab hier rein!

Möge es ähnlich veranlagten Menschen der Erbauung dienen!  Nichts und Niemand,  z.B. anders lautende Auffassungen oder Mammon interessieren mich  bei der Auswahl des hier Beschriebenen.  Dies bitte ich bei der Betrachtung zu beachten  und wünsche dem geneigten follower, sich das für ihn Passende herauszupicken,  um es genussbringend anzuwenden.

Wie z.B das Schloss GereuthTIPP: www.schloss-gereuth.de, dessen Biergarten im Sommer einer der besten Plätze zum tiefenentspannten Rumsitzen und Brotzeiten ist.

Die Themen werden allesamt erholsam und ruhig sein:

gemütlich-leckere heimat: Gasthöfe, ihre Wirte
laufende heimat: Wanderungen, Landschaften
gedruckte heimat: Bücher
Küchen heimat: food-Fotos, Rezepte;
stille heimat: Stillleben-Fotos, meine freien Arbeiten
vorzügliche heimat: Restaurants, bodenständig Exquisites
geschmückte heimat: Dekoratives aller Sorten
gärtnerische heimat: Bilder-Ideen aus dem Garten
heimat Geschichten: Geschichten halt

Da wir grad bei Brotzeit waren, gleich was von der vorzüglichen heimat: Die Feinbäckerei Schoder im Stadtmauer-ummantelten Sesslach, TIPP: www.sesslach.de  bäckt quasi seit 1880 hier nach wie vor die tollsten Sachen, darunter den sogenannten (riesen-) Grossen Bauern:

Das Sauerteigbrot auf Steinplatte gebacken, aus 70% Roggen-, 30% Weizen-Mehl, Wasser, Salz, Hefe und sonst gar nix! Saulecker, dick Butter und ein bisschen Salz reicht eigentlich schon. Man kann dann natürlich Tomaten, Radieschen, harte Eier, Käs oder z.B. Worscht hinzufügen, muss man aber nicht. Und ihn auch nicht auf einmal verschlingen. Denn 1. gibts den auch in klein, auch schon geschnitten, das ist ratsam. Und 2., eingefroren schmeckt er mir noch besser, der Adolf Schoder sagte mir, vermutlich, weil das Brot dann noch Zeit hat, nachzureifen. TIPP: ist zu bestellen, Schoders verschicken diesen Bauern in die ganze Welt!

 www.baeckerei-schoder.de

Max hat Lebkuchen geklaut, vor Schoder Bäcker

Lecker, lecker, lecker und…..schon erwischt, den Max! Mit einem heiss begehrten Elisenlebkuchen, auch zu bestellen, nur die beste Sorte backen sie, sagt die Bäckerin, mit Schokolade, Zuckerglasur und pur. Genauso nur jetzt gibts Gewürzkuchen, der es in sich hat mit Himbeer- und Johannisbeer-Marmelade, Schokotropfen, Haselnüssen, alles was das Lebkuchengewürz mitbringt, ordentlich Eiern, Mehl, zugedeckt mit bester Schokolade.

1 Blech Gewürzkuchen mit Sternchen von oben

Das alles schlummert unter einem Sternenhimmel und kommt gut zu heissem Kakao mit dicker Sahnehaube oder Kaffee, schwarz wie die Nacht.

Damits nicht zu dunkel wird, lass ich die graue Jahreszeit noch ein wenig leuchten mit einer heimat Geschichte:

Auf einer sonnigen griechischen Insel, in Chania, schlich ich vor 30 Jahren immer wieder, tagelang, um einen zum Kauf ausgestellten Korb herum, er war so gross, aber auch so schön… kaufte ihn, musste während des Rückflugs nach Deutschland die Füsse hineinstellen, damit die verständnislosen Stewardessen den Korb mit der dran geklammerten Touristin nicht raus-schmissen. Seitdem geht zu Hause ohne ihn kein Einkauf, kein Picknick, kein Umzug, keine Geschäftsreise, eigentlich gar nix.

Genauso ist‘s beim kleineren Bruder meiner weit entfernten Freundin, dieser löst sich darob schon langsam auf. Er darf es, er ist noch viel älter als meiner, kretische Ehen wurden in der Zwischenzeit geschlossen und wieder aufgelöst, viele Kinder geboren. Und nach all diesen Zeiten treffen sich nun diese beiden zufällig in meinem fränkischen Fotostudio zum ersten Mal und bewältigen die Quittenernte.

Eine Tarte aux Coigs in der Tarte-Form, Spitzendeckchen auf grossem Teller Up Date, auf weisser Holztür, Quitten Blätter Rotwein Sirup Sternchen
Aus den Quitten musste ich sofort mal was anderes machen als Gelee. Eine „Tarte aux coings“,  ein Quittentörtchen, als Nachtisch. Das Rezept hab ich zusammen gewürfelt aus den Büchern „Quitten“ Hädecke Verlag, „Obst“ Brandstätter Verlag, „Desserts Traditionels de France, Gaston Lenôtre“ Verlag Flammarion und meinem eigenen Kopf.
1Stück Quittentorte mit Sahne und Rotweingeleesternchen auf Goldrandteller
Geht kinderleicht, braucht etwas Hingebung, besonders um die Quitten zu enthäusen, ist eine kleine Schnitzübung, sie sind sehr holzig. Aber es lohnt sich und das Ergebnis ist raffinierter als die Zubereitung. Ein paar Tipps: Pâte brisée halt, ein Rezept für Mürbteig aus der französischen Küche nehmen. Liegt dieser in seiner Form, bette ich eine dünne Schicht Marzipanroh-masse darüber, darauf dann die vorher in Rotwein nur mürb pochierten Quitten. Und damits schön glänzt, was ich liebe, aprikotisiere ich das Ganze vor dem Backen.TIPP für ähnliches Rezept:

www.essen-und-trinken.de/rezept/156920/

 

Hm, ja, und weils Adventszeit ist und das leicht Säuerliche gut passt, hab ich aus dem gelatinierten Rotweinsirup die Sternchen gebastelt. Der musste irgendwie dran! Dran könnte ausserdemVanilleeis und ein nicht zu trockener Roter im Glas. Und ein Löffel Sahne drüber ist auch nicht schlecht. TIPP für ähnliches Rezept: 

www.essen-und-trinken.de/rezept/163779/rotweinsirup.html 

TIPP: Den gelatinierten Sirup in ein flaches Gefäss giessen, fest werden lassen und mit Plätzchen-Sternformen ausstechen.

Ein letztes Gedicht, meine November-Rose. Der Garten muss ja mal für den Winterschlaf ins Bett gebracht werden. So muss man auch Rosen ein wenig zurückschneiden, damit sie sich ins Tannenreisig kuscheln können, wenn die Füsse angehäufelt sind. Sind noch Blüten und Knospen dran, kommen die mit ins Haus ins Warme.

TIPP: Ein Stück Zucker auf einen Liter Wasser in der Vase und ein kleiner Tropfen Spüli geben Nahrung und verhindern, dass sich Algen bilden. Mit Glück gehen sogar die Knospen noch weiter auf und das Stückchen Garten erinnert an warme, schöne Rosentage.

Rote Rosen in Van Loon Vase vor Gemälde von der jungen Maria Jakob, späteren Ehefrau von Otto Säuberlich